INTERVIEW

Wolfgang Baum
Geschäftsführer Fairventures


Fairventures Geschäftsführer - Wolfgang Baum

Kurzvorstellung Wolfgang Baum

Wolfgang Baum ist bereits seit dem Gründungsjahr 2013 Teil von Fairventures. In der Anfangszeit arbeitete er vor Ort im Projektgebiet und war dabei maßgeblich am Aufbau des Projektes “1 Million Trees for Borneo” beteiligt. 2016 zog Wolfgang, der in Tübingen Kulturwissenschaften studiert hat, nach Berlin, um sich vermehrt auf das Fundraising zu konzentrieren. Seit 2018 ist er Leiter für Fundraising und Kommunikation bei Fairventures. Mittlerweile wohnt Wolfgang in Nairobi und ist seit 2021 Co-Geschäftsführer bei Fairventures.

Kurzvorstellung Fairventures

Fairventures Worldwide ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Stuttgart. Sie verbinden Forstwirtschaft und moderne Technologien zur Wiederaufforstung von degradierten Flächen in den Tropen. In Zusammenarbeit mit Kleinbäuerinnen und -bauern in Indonesien und Uganda entstehen dabei nachhaltige Wälder aus Nutzhölzern und Nahrungsmitteln. Diese ermöglichen den Menschen vor Ort ein gesichertes Einkommen, tragen zum Erhalt der Artenvielfalt bei und wirken dem Klimawandel entgegen.

Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor  verbinden sie Aufforstung mit nachhaltigen Wertschöpfungsketten in der Holzindustrie, um klimaschädliche Baumaterialien wie Beton, Zement und Stahl zu ersetzen.

Wie war das Jahr 2022 für Fairventures?

2022 war ja für uns alle ein schwieriges Jahr. Zwischen Corona, Krieg in der Ukraine und dramatisch steigenden Lebenshaltungskosten scheint es manchmal, als würde die größte Herausforderung unserer Zeit, der Klimawandel, in den Hintergrund treten. Doch wenn wir das zulassen, machen wir einen Fehler. Es wird immer klarer, dass nur noch eine kolossale Kraftanstrengung die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels abwenden kann. Zumal konsequente Investitionen in Natur- und Klimaschutz die aktuellen Krisen hätten vermeiden oder zumindest abfedern können.

Für uns war das Jahr 2022 trotzdem ein erfolgreiches Jahr. Wir haben hunderte neuer Kleinbäuerinnen und Kleinbauern erreicht und große Flächen aufgeforstet. Wir haben zudem ein neues großes Klima-Kooperationsprojekt begonnen. Mit diesen Mitteln konnten wir u.a. unser Uganda-Team vergrößern und arbeiten nun mit zwei starken Länderprogrammen. 

Worauf seid ihr in diesem Jahr besonders stolz?

Wir freuen uns, dass wir im vergangenen Jahr viele Meilensteine erreichen konnten, auf die wir lange hingearbeitet haben. Ein Beispiel dafür ist die Eröffnung unseres modularen Leichtholzhauses auf Borneo Ende Oktober, bei der sogar Abgeordnete des deutschen Bundestages zu Gast waren. 

Durch die Verwendung von schnell wachsenden Leichthölzern beim Bau wird die Abholzung bedrohter Holzarten verringert und der bestehende Primärwald geschützt. Ein Holzhaus wirkt zudem als effektiver, langfristiger CO₂-Speicher. Damit können modulare, vorgefertigte Gebäude wie dieses zukünftig ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz sein. Außerdem verursacht ein Holzhaus weniger Abfall und benötigt weniger Energie im Bauprozess. Wir hoffen, dass dieses Pilotprojekt der Auftakt für die Entwicklung einer nachhaltigen Leichtholzindustrie in Indonesien ist.

Mit welchen Problemen habt ihr aktuell zu kämpfen?

Es gibt derzeit vor allem viele externe Faktoren, die uns immer wieder Sorgen bereiten. Angefangen von einem neuen Ebolaausbruch in Uganda, über vermehrte Unwetter und Fluten, die gepflanzte Bäume zerstören bis hin zu rasant steigenden Palmölpreisen, die den Druck auf bestehende Wälder und die Felder unserer Kleinbäuerinnen und Kleinbauern erhöhen.

Welche Lösung gäbe es für dieses Problem?

Es gibt bei solchen Herausforderungen keine ultimativen Lösungen, aber Maßnahmen, die wir zur Risikominimierung unternehmen können. In Uganda wurde nach einer Flut in diesem Jahr eine unserer Partnerbaumschulen vollständig zerstört. Das hat z.B. dazu geführt, dass wir in unseren Schulungen für die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern natürliche Schutzkonzepte thematisieren. Durch das gezielte Pflanzen von Baumreihen an Hängen und Flussufern kann beispielsweise Erdrutschen und Überschwemmungen präventiv vorgebeugt werden.

Welchen Wunsch habt ihr für 2023?

Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserem Ansatz in der Lage sind, einen wirkungsvollen Beitrag zur globalen Transformation zu leisten. Wir hoffen, dass wir mit unserer Arbeit vielen Menschen aufzeigen können, dass es Lösungen für die Klimakrise gibt, die wir heute schon umsetzen können. Für das nächste Jahr hoffen wir deswegen, dass sich noch mehr Unternehmen und Privatpersonen mit uns gemeinsam auf den Weg machen etwas zu verändern.


Möchten Sie mehr über Fairventures erfahren oder die Organisation selbst mit einer Spende unterstützen, laden wir Sie ein die Webseite zu besuchen: www.fairventures.org

  • Malmedyer Straße 28-11/1 4760 Büllingen

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